Sammlung Marguerite Arp-Hagenbach

Im Mondquadrat

Dienstag, 26. August 2003
- Sonntag, 07. März 2004

Kunstmuseum Appenzell

Museum Liner und Kunsthalle Ziegelhütte

 

Eine Zusammenarbeit mit der Fondazione Arp, Locarno

 

Wie kommen Werke der Künstler
Yaacov AGAM Josef ALBERS Hans ARP Willi BAUMEISTER Jakob BILL Max BILL Julius BISSIER Walter BODMER Camille BRYEN Marcelle CAHN Alexander CALDER Enrico CASTELLANI Otto Gustaf CARLSUND Willem DE KOONING Robert DELAUNAY Sonia DELAUNAY Theo van DOESBURG Piero DORAZIO Marcel DUCHAMP Viking EGGELING Max ERNST Adolf Richard FLEISCHMANN Lucio FONTANA Sam FRANCIS Günter FRUHTRUNK Alberto GIA-COMETTI Augusto GIACOMETTI Fritz GLARNER Julio GONZÁLEZ Raoul HAUSMANN Wal-ter HELBIG Jean HÉLION Hannah HÖCH Fritz HUF Alexej von JAWLENSKY Marcel JEAN Jas-per JOHNS Wassily KANDINSKY Paul KLEE Fernand LEGER Leo LEUPPI El LISSITZKY
Alberto MAGNELLI MAN RAY Joan MIRÓ László MOHOLY-NAGY Piet MONDRIAN Marlow MOSS Richard MORTENSEN Meret OPPENHEIM Francis PICABIA Serge POLIAKOFF Hans RICHTER Kurt SCHWITTERS Arthur SEGAL Michel SEUPHOR Henryk STAZEWSKI
Wladyslaw STRZEMINSKI Sophie TAEUBER-ARP Georges VANTONGERLOO Victor
VASARELY Friedrich VORDEMBERGE-GILDEWART Hugo WEBER und Marcel WYSS

in die Stiftung Liner nach Appenzell?

Die Stiftung Liner arbeitet seit dem Jahr 2000 eng mit der Fondazione Marguerite Arp, Locarno zusam-men. Die Namensgeberin der 1988 ins Leben gerufenen Locarneser Stiftung ist eine der bedeutendsten Schweizer Sammlerinnen internationaler Kunst, die seit Mitte der Dreissigerjahre konsequent die Entwicklung der konkreten und konstruktiven Kunst verfolgt und entsprechend gesammelt hat, mit undogmatischen Ausflügen in die „Kunstismen“ (Arp / Lissitzky), den Dadaismus und den Surrealismus. Angeregt durch die „Konstruktivisten“-Ausstellung 1937 in der Basler Kunsthalle, erwirbt sie je ein Gemälde von Sophie Taeuber-Arp und László Moholy-Nagy, gleichsam als Keimzelle einer privaten Kollektion, die der damalige Direktor des Kunstmuseums Basel, Franz Meyer, anlässlich ihrer Ausstel-lung im Kuntmuseum Basel 1967/68 als „eines der herrlichsten Privatmuseen moderner Kunst“ be-zeichnen kann. Schon zu Beginn ihrer Sammlertätigkeit trifft Marguerite Hagenbach bei einem befreun-deten Basler Sammlerehepaar Hans Arp und Sophie Taeuber, mit denen sie sich anfreundet und von denen sie in ihren Erwerbungen beraten wird. Nach dem tragischen Tod Sophie Taeuber-Arps 1943, wird sie mehr und mehr zur Mitarbeiterin und bald auch zur Lebensgefährtin Arps, der seinerseits über eine bedeutende Sammlung von Werken seiner Künstlerfreunde verfügt und wichtige Stücke dieser Sammlung als Dauerdepositum an das Kunstmuseum Basel gibt.

Nach ihrer Heirat 1959 beziehen Hans Arp und Marguerite Arp-Hagenbach ein Anwesen in Locarno-Solduno. 1965 übereignen sie der Stadt Locarno wichtige Werke ihrer Sammlung, die wohl gänzlich aus Arps Besitz stammen. Neben repräsentativen Reliefs und Skulpturen von Arp und Arbeiten von Sophie Taeuber-Arp, erhält die Città di Locarno bedeutende Arbeiten von Josef Albers, Willi Baumeister, Julius Bissier, Alexander Calder, Theo van Doesburg, Max Ernst, Meret Oppenheim, Francis Picabia, Kurt Schwitters, Arthur Segal, Victor Vasarely und anderen mehr geschenkt, die den Grundstock zu einem Museum moderner Kunst, zur Pinacoteca comunale Casa Rusca Locarno, bilden.

Nach Arps Tod 1966, gelangt sein Depositum als Schenkung an das Basler Kunstmuseum, und
Marguerite Arp schenkt zwei wichtige frühe Skulpturen von Arp und Alberto Giacometti dazu. 1967 stellt sie ihre ursprüngliche Sammlung im Kunstmuseum Basel aus. Im Jahr darauf darf Franz Meyer aus den 312 Katalognummern diejenigen Werke als Geschenk auswählen, die er für qualitativ wichtig und den Sammlungsbestand des Kunstmuseums ideal ergänzend betrachtet. Fast 200 Werke, Gemälde, Skulpturen und Arbeiten auf Papier, von René Acht bis Walter Kurt Wiemken, gelangen so ins Basler Museum.

In der Folgezeit verschenkt Marguerite Arp-Hagenbach im grossen Stil Werke an Museen des In- und Auslandes, vor allem Gruppen von Arp und Sophie Taeuber-Arp. 1977 entstehen zwei Vereine bzw. Stiftungen, die das Erbe ihres Mannes und seiner ersten Lebenspartnerin pflegen: Es kommt zur Grün-dung des Vereins „Stiftung Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp e.V.“ in Rolandseck bei Bonn sowie der „Fondation Arp“ in Clamart-Meudon. 1988 schliesslich überträgt Marguerite Arp den über 1000 Inven-tar-Nummern umfassenden, im Privatbesitz verbliebenen Teil ihrer ursprünglichen Sammlung und der gemeinsamen Sammlung Arp-Hagenbach zusammen mit dem Anwesen „Ronco dei Fiori“ an die von ihr gegründete „Fondazione Marguerite Arp-Hagenbach“.

Die Stiftung Liner Appenzell zeigt in ihren beiden Häusern mit über 260 Leihgaben repräsentative Aspekte der ehemaligen Sammlung Hagenbach sowie der „Gesamtsammlung von Hans Arp und Marguerite Arp-Hagenbach von den frühen Zehner- bis in die Achtzigerjahre des vergangenen Jahrhun-derts. Die Basis dieser Präsentation bildet dabei die Kollektion der „Fondazione Marguerite Arp“ in Locarno. Vervollständigt wird die Auswahl aus der „Fondazione“, die bedeutende Werke heute weniger bekannter Künsterlinnen und Künstler wie Arthur Segal, Marcelle Cahn, Viking Eggeling oder Adolf Richard Fleischmann einschliesst durch Arbeiten von Hans Arp, Max Bill, Alexander Calder, Theo van Doesburg, Alberto Giacometti, Fritz Glarner, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Fernand Leger, László Moholy-Nagy, Georges Vantangerloo, Friedrich Vordemberge-Gildewart u.a.m. aus der Öffentlichen Kunstsammlung Basel, die über zahlreiche Spitzenwerke der ehemaligen Sammlung Marguerite Hagen-bach verfügt, sowie Leihgaben aus der Pinacoteca comunale Casa Rusca Locarno und zwei Werken von Arp und Sophie Taeuber-Arp aus dem Kunstmuseum Bern. Damit werden in einem breiten Spektrum Aspekte der ehemaligen Sammlung Arp-Hagenbach sinnlich erfahrbar, wie sie heute in keiner der genannten Teilsammlungen mehr annähernd nachvollziehbar sind.

Im Richter Verlag Düsseldorf erscheint ein Katalogbuch, hrsg. von Toni Stooss, mit Textbeiträgen von Ludmila Vachtova, Jakob Bill und Toni Stooss, wieder abgedruckten historischen Texten von Marguerite Arp-Hagenbach und Georg Schmidt, Gedichten und Textpassagen von Hans Arp u.a., Dokumentarpho-tographien von M. Arp-Hagenbach sowie 24 schwarz-weiss und 192 farbigen Abbildungen. Zum Shop

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