Johannes Itten

Wege zur Kunst - der blaue und gelbe und rote Mensch

Sonntag, 21. Mai 2006
- Sonntag, 13. August 2006

Kunstmuseum Appenzell

Das Museum Liner Appenzell zeigt vom 21. Mai bis zum 13. August die Ausstellung Der blaue und gelbe und rote Mensch; Johannes Itten – Wege zur Kunst, welche das Werk des Schweizer Künstlers Johannes Itten (1888-1967) im Kontext seiner Kunstlehre und der Schülerarbeiten vorstellt. Die Wanderausstellung, ein Projekt der Johannes-Itten-Stiftung Bern, wurde konzipiert von Dolores Denaro und war bisher auf mehreren Stationen in der Schweiz, in Deutschland und in Japan zu sehen.
Der Künstler und Kunstpädagoge Johannes Itten ist nicht nur durch sein bedeutendes künstlerisches Werk bekannt, er hat daneben vor allem auf dem Gebiet der Kunsterziehung Herausragendes geleistet, das bis heute von der Museumspädagogik bis zur Kunsttherapie viele Bereiche der Kunstvermittlung wie auch der Kunstpraxis prägt. Die von Itten am Bauhaus in Weimar entwickelte Gestaltungslehre, dort „Vorkurs“ genannt, sowie seine Formen- und Farbenlehre zählen zu den grundlegenden pädagogischen Leistungen des 20. Jahrhunderts.
 

Itten, bereits vor seiner Zeit am Bauhaus Kunstvermittler, unterrichtete nach den Weimarer Jahren an einer eigenen Kunstschule in Berlin, baute die Textile Flächenkunstschule in Krefeld auf und leitete anschliessend in Zürich sowohl die Kunstgewerbeschule als auch die Textilfachschule.
 

Die Ausstellung Der blaue und gelbe und rote Mensch; Johannes Itten – Wege zur Kunst zeigt erstmals Ittens Wirken als freier Künstler wie auch als Lehrer in einer spannenden Gegenüberstellung mit Schülerarbeiten aus seinem Unterricht an den verschiedenen Schulen. Ittens Lehrmethoden werden in engem Verhältnis zu seinem künstlerischen Werk gezeigt. Dadurch werden die Verwandtschaften und gegenseitigen Anregungen erfahrbar gemacht.
 

Die Ausstellung, welche Schritt für Schritt den von Itten angewendeten kunstpädagogischen Methoden folgt, belegt anschaulich das breite Angebot, das sich dem Lernenden auf seinem Weg zur eigenen künstlerischen Tätigkeit bot (und bietet). Im Rundgang durch die Ausstellung wird so deutlich, dass Ittens Kunsterziehung, welche auf erlebnisorientierten Übungen und objektiv Studien basierte, auf eine ganzheitliche ästhetische Bildung des Menschen zielte. Einen Schwerpunkt der Ausstellung bildet die von Itten unter anderem in seiner in 15 Sprachen übersetzten Publikation Die Kunst der Farbe entwickelte Farbenlehre, welche heute Standard der Kunstvermittlung ist.
 

Zur Ausstellung ist eine Begleitpublikation erschienen: Dolores Denaro (Hg.) Johannes Itten – Wege zur Kunst, 342 Seiten mit über 300 Abb., CHF 35.-

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