R.A.W.-KÜNSTLERINNEN-GESPRÄCHE

mit Miriam Cahn

Donnerstag, 22. September 2022

19.30 Uhr-
Kunsthalle Ziegelhütte

herzlich willkommen zum Gespräch zwischen Miriam Cahn und Roland Scotti - Türöffnung ab 19 Uhr - es gilt der ermässigte Eintritt von CHF 10.00.

 

Die zweiundzwanzig Werke von Miriam Cahn, welche für die Ausstellung ausgewählt wurden, erzählen die unbändige Geschichte von Träumen, Hoffnung, Verzweiflung, Gewalt, Vertreibung, Sexualität, Stolz, Mutterliebe, Kindsvertrauen, – immer unter dem Vorzeichen einer wehrhaften Lebensbejahung und einer ebenso lustvollen Selbstbestimmung.

Die Welt ist so, wie sie ist, aber das heisst noch lange nicht, dass wir sie einfach so akzeptieren müssen – und uns mit all der falsch eingesetzten Toleranz dem «Schlaf der Vernunft, der Ungeheuer gebiert» ausliefern. Dies mag eine der grundsätzlichen Motivationen der Künstlerin sein, wobei ebenso sicher ist, dass Miriam Cahn mit ihrer Arbeit die Verwandlung der leider oft zu kritisierenden, zu betrauernden Wirklichkeit durch imaginative Strategien, durch – in diesem Fall –

malerische Schönheit, eben ästhetische Gegenwärtigkeit leistet: Das Erschrecken wird aufgehoben, wird bildnerisch gebannt.

Die Frauen, die Hunde, die Pflanzen, die Vögel, die seltsam leuchtenden Wesen, die wir auf den Bildern sehen, sind im besten Sinne Stellvertreter für Gefühle, aber auch für Ideen – die dank der Vorstellungs- und Umsetzungskraft Miriam Cahns eine Plötzlichkeit, eine Unmittelbarkeit erlangen, die dennoch nie überwältigt, nicht sprachlos macht. Angesichts der Arbeiten der Künstlerin beginnen wir unsere eigenen Erzählungen, in denen sich – ebenso wie in den Werken selbst – dramatische Erfindung, konstruierte Erinnerung und aktuelles Erlebnis ergänzen. Möglicherweise hat dies eine kathartische Wirkung, die zu neuen Behauptungen über das eigene Selbst führen: vielleicht ich – oder auch nicht

 

 

Event, Kunstvermittlung
Tickets
fastich schönheit, 24. 11. + 6. / 7. 12. 2003, Öl auf Leinwand, 29,2 x 23,2 cm, Privatbesitz