Collecting : Revisited

Sammeln | Sehen

Sonntag, 06. November 2022
- Sonntag, 05. März 2023

Kunstmuseum Appenzell

Das Kunstmuseum Appenzell und die Kunsthalle Ziegelhütte, beide geführt von der privaten Heinrich Gebert Kulturstiftung Appenzell, zeigen seit 1998 Ausstellungen zur internationalen und regionalen Kunst. Dank einer Zustiftung (à fonds perdu) des Mäzens Heinrich Gebert kann der Direktor in Abstimmung mit dem Stiftungsrat seit 2003 in bescheidenem Masse Ankäufe aus den jeweiligen Ausstellungen tätigen – ausschliesslich von lebenden und bevorzugt jüngeren Künstler:innen der weiteren Region. Auf diese Weise konnte neben der Förderung zeitgenössischen Kunstschaffens eine allmähliche Erweiterung der Sammlung realisiert werden.

Neben den ursprünglichen Schenkungen umfangreicher Konvolute zu Carl August Liner, Carl Walter Liner und, vor allem, zur Kunst der Klassischen Moderne entstand im Zusammenklang mit zahlreichen Schenkungen jüngerer Künstlerinnen in knapp 20 Jahren ein Sammlungsschwerpunkt junger Kunst, der bewahrt, präsentiert und vielleicht kommentiert werden will.

Der Kurator Roland Scott wird in Zusammenarbeit mit den Künstler:innen Regula Engeler und Jochen Heilek (beide Bühler/AR) eine Ausstellungssituation schaffen, die unterschiedlichste Varianten und Perspektiven musealer Sammlungstätigkeit darstellt, besser: in Frage stellt – radikal aus der Perspektive der Kunstschaffenden. Die Arbeit an der Ausstellung ist ein «Work in Process» – nach Möglichkeit werden auch weitere Kunstschaffende der Region, aber auch andere Menschen bzw. andere Bereiche der Kunstvermittlung in das Projekt integriert – so dass am Ende ein Kaleidoskop realisiert werden kann, in dem sich eben nicht die Präfenzen und Deutungen Einzelner spiegeln, sondern die Facetten differenzierter Kunstausübung- und -wahrnehmung aufleuchten.

Das Projekt ist sehr dynamisch und arbeitsintensiv – da wir weder nach Schema F oder nach wissenschaftlichen Rastern vorgehen, uns aber auch kaum den Trends heutiger Ausstellungseinrichtungen wie Highlightschau, Auslegeordnung, Inklusion usw. anschliessen wollen. Zurzeit werden vor allem die verschiedenen Möglichkeiten der Integration Dritter diskutiert und die Ideen zu alternativen Werkpräsentationen getestet.

Im Kontext der Ausstellung wird das Langezeitprojekt von Regula Engeler und Jochen Heilek zu Robert Walsers «Räuber» fertiggestellt; es erscheint das Fotobuch «der welt viel tiefen welten» von Regula Engeler.

Zur Ausstellung erscheint die Publikation: «Kunst-Vermittlung Ländlich», mit Sammlungsinventar und Ausstellungsdokumentation.

Ein Rahmenprogramm wird den Einblick in das Thema vertiefen.

 

 

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Aussenwerk von Fausto Melotti - Aurora e tramonto - beim Kunstmuseum Appenzell