Markus Weggenmann

Ein Bild schreit nach dem nächsten!

Sonntag, 25. Oktober 2020
- Sonntag, 11. April 2021

Kunstmuseum Appenzell

Einladungskarte  

  

Ausstellungsrundgang

 

Der in Zürich und Cumbel/Lumnezia lebende Künstler Markus Weggenmann (*1953) hatte 2010 im Kunstmuseum Appenzell an der wegweisenden Ausstellung «Farbe ǀ Wasser – Colour ǀ Water» teilgenommen. Seitdem bestand der Wunsch, mit diesem Maler eine umfassendere Werkschau einzurichten. Nun kann im Kunstmuseum endlich eine retrospektiv angelegte Ausstellung gezeigt werden.

In den 10 Räumen des Kunstmuseums werden alle bedeutenden Werkgruppen von Markus Weggenmann vorgestellt. Ausgehend von den frühesten Werken, den «Bagatellen» aus den 1970er und 1980er Jahren, die noch neben der damals ausgeübten Tätigkeit als Ergotherapeut entstanden, bilden im Rundgang die «Streifenbilder», die «Boulevards», die hochglänzenden «Autolackbilder», die Gouachen und die seit den 2010er Jahren entstehenden hochpigmentierten Leimfarbenbilder eigens für die besondere Architektur des Museums inszenierte Schwerpunkte. Der Rundgang wird mit einer grossformatigen Wandmalerei beendet, die für den Ort geschaffen wird.

Der Künstler, der früh zum Umfeld der «Radikalen Malerei» gezählt wurde, formuliert seit den 1980er Jahren eine Farbmalerei, die sich – glücklicherweise – weder einer der gerade geltenden Moden oder Dogmen, noch den grossen Begriffen von Realismus oder Abstraktion zuordnen lässt. Im Vertrauen auf die Eigengesetzlichkeiten und die Wirkungsvielfalt der «gemalten Farbe» konzentriert sich der Künstler auf grundlegende Fragen wie: Ab wann wird Farbe zum Bild? Wie kann Farbe Raum und Plastizität schaffen? Kann Farbmalerei ohne Autor existieren?

Trotz der weiten Spannweite des handwerklichen und ästhetischen Zugangs lässt sich aber – und das zeigt die Ausstellung eindrücklich – eine Konstante der Bildarbeit bzw. Farbarbeit Weggenmanns feststellen: Jedes seiner Werke ist nicht nur ein autonomes Kunstwerk, sondern zugleich eine massive, ortsverändernde Intervention im jeweiligen Raum. Dies mag der semantischen Offenheit der Arbeiten zu verdanken sein, die heterogenste Assoziationsräume öffnen – ist aber viel unmittelbarer eine Folge der äusserst sinnlichen Gegenwärtigkeit von Farbphänomenen, die jeglichen Sprachraum, jede verbale Beschreibung transzendieren.

 

Zur Ausstellung erscheint im Januar 2021 die gleichnamige Publikation bei Steidl/Göttingen; gestaltet von Sabine Hahn/Berlin; herausgegeben von Roland Scotti. Neben einer umfangreichen Bilddokumentation der Ausstellung umfasst das Buch eine ausführlich illustrierte Ausstellungsbiographie, in der auch Arbeiten im öffentlichen Raum vorgestellt werden. Ca. 176 Seiten, ca. 100 Abb., Museumspreis CHF 39.-

 

Die Ausstellung wird von Roland Scotti in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler kuratiert.

Die Ausstellung wird unterstützt von der Galerie Mark Müller/Zürich.

 

 

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Tickets
Di-Sa: 14-17h, So: 11-17h Di-Sa: 14-17h, So: 11-17h Di-Sa: 14-17h, So: 11-17h Di-Sa: 14-17h, So: 11-17h Di-Sa: 14-17h, So: 11-17h
Ausstellungsraum 2020 KMA; LW91 Flache Skulptur Nr. 3, 2017, hochpigmentierte Leimfarbe auf Baumwolle, 210 x 170 cm; LW109 Flache Skulptur Nr. 5, 2018, hochpigmentierte Leimfarbe auf Baumwolle, 320 x 200 cm; Nr. 141, 2003, Hochglanzlack auf Aluminium, 260 x 218 cm;Nr. 210, 2005, Hochglanzlack auf Aluminium, 220 x 429 cm