Golubeva, Maximenko, Marosi, Zabarella, Di Càsola, Timokhine, Lopes, Staub

Kammersinfonie – Mozart, Beethoven, Glinka, Juon

Freitag, 01. Juli 2022

20.00 Uhr-
20.30 Uhr
Kunsthalle Ziegelhütte

Ein wahres Feuerwerk an verschiedenen Besetzungen! Musikalische Delikatessen wie Mozarts Oboenquartett, Beethovens Hornsonate und Glinkas Trio Pathétique werden gekrönt mit der Kammersinfonie von Paul Juon, in dem alle acht Instrumente vereint werden und in diesem eindrücklichen Werk sozusagen ein Sinfonieorchester im Taschenformat bilden.

Wenn Virtuosen ihres Instrumentes Komponisten wie Mozart oder Beethoven zu einem Werk inspirieren, laufen diese offensichtlich zu Hochform auf. So entstand Mozarts Oboenquartett sozusagen als Nebenbei-Meisterwerk, als sich der Komponist im Winter 1780/81 wegen der Proben zu seiner Oper «Idomeneo» in München aufhielt. Für den berühmten Oboisten Friedrich Ramm komponiert, weist Mozart dem Blasinstrument wunderbare Aufgaben zu, vom singenden Kopfsatz über den pathetischen Adagio-Satz bis hin zum virtuosen letzten Satz.

Fast zwanzig Jahre später, am 18. April 1800, gab in Wien der damals berühmteste Hornvirtuose Giovanni Punto sein Debüt im Wiener Burgtheater. Ludwig van Beethoven begleitete ihn am Flügel und steuerte dazu eine neue Hornsonate bei, deren Komposition er erst zwei Tage vor der Uraufführung begonnen habe. In seiner Jugend hatte Beethoven selber das Hornspiel erlernt und wusste darum das Instrument höchst effektvoll einzusetzen. Die Uraufführung war ein rauschender Erfolg und das bravouröse Werk musste wiederholt werden. Bis heute ist es ein beliebtes Repertoirewerk geblieben.

Michail Glinka verbrachte ab 1830 fast drei Jahre in Italien, wo er beinahe täglich die Opernaufführungen der Scala in Milano besuchte. Dabei freundete er sich auch mit Bellini an, dessen Melodik grossen Eindruck auf ihn machte. Das Trio Pathétique entstand während dieser Zeit und zeigt deutlich den Einfluss des Belcanto. Ansonsten geht das d-Moll-Trio in der eigenwilligen Besetzung mit Klarinette, Fagott und Klavier noch weit über das Pathos der italienischen Oper hinaus. Die Bläser des Scala-Orchesters, die im Herbst 1833 gemeinsam mit dem Komponisten am Klavier die Uraufführung spielten, sollen ausgerufen haben: «ma questo e disperazione!» (Welch eine Verzweiflung!).

Die vier Blasinstrumente dieser Werke werden im zweiten Programmteil vereint und bilden zusammen mit Violine, Viola, Cello und Klavier sozusagen ein Sinfonieorchester im Taschenformat. Folgerichtig nannte Paul Juon sein 1905 in Berlin entstandenes Werk denn auch «Kammersinfonie». Mit der Kombination von Streichinstrumenten, Bläsern und Klavier schafft Juon eine ungemein reichhaltige Klangfarbenpalette und lässt doch jedes Instrument auch immer wieder solistisch hervortreten. Dabei klingt immer wieder seine Verwurzelung mit der russischen Musiktradition von Tschaikowsky, aber auch mit der russischen Volksmusik an.

Programm

Wolfgang Amadeus Mozart: Oboenquartett F-Dur KV 370 (Oboe, Violine, Viola, Cello)

Ludwig van Beethoven: Hornsonate F-Dur op. 17 (Horn, Klavier)

Mikhail Glinka: Trio Pathétique (Klarinette, Fagott, Klavier)

Paul Juon: Kammersinfonie op. 27 (Oboe, Klarinette, Horn, Fagott, Violine, Viola, Cello, Klavier)

Konzert, Top
Tickets
Alle MusikerInnen: Martin Lucas Staub - Klavier, Angela Golubeva – Violine,Silvia Zabarella – Oboe, Joël Marosi – Violoncello, Grigory Maximenko – Viola, Fabio Di Càsola – Klarinette,Konstantin Timokhine – Horn, Rui Lopes – Fagott